Seminar SK Tauchsicherheit und Rettung, St. Leoner See, 17./18. Oktober 2009


„Das Seminar hatte den Schwerpunkt Tauchsicherheit, damit wir den zweiten Teil – Rettung – hoffentlich nicht anwenden müssen, wenn wir die Grundsätze zur Tauchsicherheit umsetzen!“ Mit diesen Worten beendeten Sepp Helme und Marcus Reichenauer vom Tauchteam Schwäbisch Gmünd am späten Sonntagnachmittag das interessante und intensive Seminar am St. Leoner See. Das Schluss-Feedback der Teilnehmer zeigte eindeutig, dass das Seminar sehr gelungen war. Es war eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. Den Teilnehmern gab es dazu noch viel Raum zur praktischen Übung mit gezielter Anleitung durch die Seminarleiter. Das Thema „Tauchsicherheit und Rettung“ wurde in allen Phasen einer Tauchfahrt erarbeitet und praktisch umgesetzt.

Der erste Tag stand morgens im Zeichen von ABC-Übungen. Bergegriffe ohne Gerät, mit Gerät und verschiedene Schleppgriffe (ziehen, schieben, seitlich schieben) wurden praktisch umgesetzt. Wie mit Rautek-Rettungsgriff und Schultertragegriff verunfallte Taucher an Land zu bringen sind, übten alle Teilnehmer mehrfach. Abgeschlossen wurden die ABC-Übungen mit einer Bergeübung aus 5 m in ABC mit anschließendem Schleppen unter Einsatz verschiedener Techniken, wobei der verunfallte Taucher mit Gerät zu bergen war.

Am Nachmittag übten wir die Bergung eines Tauchers aus 10 m Tiefe mit DTG und normaler Aufstiegsgeschwindigkeit. Dieses wurde mehrmals im gegenseitigem Wechsel wiederholt. Zum Schluss der Übung ging es um Schleppen, Schieben und Verbringen des verunfallten Tauchers an Land. Am zweiten Tag lag der Übungsschwerpunkt auf der Bewältigung von Notfallsituationen. Ein verunfallter Taucher war aus 10-12 m Tiefe zu bergen und ein deutlicher Stopp in 3 m Tiefe einzulegen. Schleppen, Verbringen an Land, Rettungskette auslösen, Erste Hilfe, HLW vorführen und Unfallbericht erstellen rundete diese Übungssequenz ab.

Auch die Theorie wurde an beiden Tagen lebendig und praxisnah vermittelt. Dass Tauchsicherheit bereits bei der sorgfältigen Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbesprechung eines Tauchgangs anfängt, wurde schnell klar. Der verantwortliche Gruppenführer hat hierbei eine zentrale, verantwortungsvolle Aufgabe. Was unter medizinischen Aspekten zur Vorbeugung eines Tauchunfalls zu beachten ist, wurde ebenso vermittelt wie Erkennen und Reagieren auf eine Notfallsituation und die Versorgung eines verunfallten Tauchers unter Berücksichtigung der neuesten Anforderungen des Basic-Life-Supports (Guideline 2005 für Ersthelfer). Das Handling eines offenen Sauerstoffsystems und des Wenoll-Systems rundeten diese Ausführungen ab. Abschließend behandelten wir noch den Sinn und praktischen Gebrauchswert von Notfallequipment.

Da über 90% der Tauchunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, war allen Teilnehmern am Ende des Kurses klar, welchen Beitrag sie als geübte CMAS ***- und **-Taucher zur sicheren Ausübung des Tauchsports persönlich beitragen können.

Text: Kurt Hocher / Bilder: Frauke Helmle