Malta / Gozo, Juli 2006

Höhlen, Grotten, Felslandschaften und Steilwände

In einer der vielen Hoehlen.Mit diesem Gesicht erlebten wir auf unserer Tauchausfahrt die Gewässer um die Insel Gozo. Doch die Tage auf dem steinernen Archipel boten noch viele weitere Facetten: schöne Abende, tollen frischen Fisch zum Essen und natürlich die letzten Spiele der Fußball-WM. So konnten wir exzellente Tauchgründe, leckeres Essen und schöne gemeinsame Erlebnisse verbinden – und das nur 3 Flugstunden von unserer Haustür entfernt. Sozusagen waren die Götter Neptun, Lukullus und Bacchus gleichermaßen zufrieden gestellt.

Doch jetzt ein Blick in unser Reise- und Tauchtagebuch:
Nachdem wir um 19.30 Uhr pünktlich in Frankfurt gestartet waren, erlebten wir eine tolle Sicht auf die Schweizer Gletscher und das Matterhorn. Entlang der Westküste Italiens und über Sizilien sind wir um 21.50 Uhr in Malta gelandet. Zahlreiche Feuerwerke begrüßten uns beim Landeanflug. Später haben wir erfahren dass Juli die Zeit der Festas ist, welche zEin schoen getarnter Drachenkopfu Ehren der verschiedenen Dorfheiligen gefeiert werden. Als Attraktion gilt immer das abschließende Feuerwerk. Mit Taxi und Fähre erreichten wir dann auf Gozo den Fährhafen Mgarr. Der Transfer zu den Appartements klappte ebenso reibungslos, so dass wir um 0.30 Uhr unsere Appartements in Beschlag nehmen konnten.

Am nächsten Morgen ging es gleich in die Tauchbasis „Nauticteam“ zu Heike und Thomas. Wir checkten ein und lernten unseren Guide für die nächsten Tage kennen: Diddi. Nachmittags stand dann gleich der erste Tauchgang „Requa-Point“ an. Diddi chauffierte uns mit dem Kleinbus vorbei an den sandfarbenen Hausfassaden Gozos zum Tauchplatz. Diese Fahrt war ein erster Vorgeschmack auf die Transfers der nächsten Tage. Die Straßen waren in der Regel Schlaglöcher, die mit TeKlaus lässt Luft aber verbunden waren, wahre Schüttelpisten. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten lagen bei max. 20 km/h! Einen Platten mit Reifenwechsel hatten wir auch. Der Tauchgang am Requa-Point erforderte Anrödeln am Auto und dann eine kleine Wanderung zum Einstieg: entweder abklettern oder Sprung vom „Männereinstieg“ aus 3 m Höhe. Entlang einer durchfurchten Felswand ging es auf 25 m, um anschließend auf dem Riffdach zu einem schönen Kamin in 20 m Tiefe zu kommen. Durch den Kamin ging es zurück zum Austauchen. Es war einfach schön und zum Appetit holen: Tolle Sichtweiten von 30-40m, viel Getier in den Spalten und schöne Unterwassergebirge mit Steilwänden und Kaminen. Zurück in Marsalforn gings dann erst einmal zum obligatorischen Dekobier, und den Abend schlossen wir mit einem Fischmenü im Hafen ab. Offensichtlich steckte uns die Anreise noch in den Knochen, denn kurz vor Mitternacht waren bereits alleAlles klar bei Rainer Hanselmann. Taucher im Tiefschlaf.

Am nächsten Morgen ging es zeitig raus zum Vorzeigetauchplatz Blue Hole. Durch den pünktlichen Start hatten wir die Pole Position zum Parken und mussten uns nicht hinten in die Schlange der Tauchfahrzeuge einreihen. Viele der Tauchfahrzeuge sehen so abenteuerlich aus, als hätte sie Rommel seinerzeit schon persönlich durch die Wüste gejagt. Auch manche Tauchlehrer und Guides haben sich optisch an ihre Vehikel angepasst. Die Tauchplätze am „Azure Window“ sind erste Sahne. So steigt man im Blue Hole ab und die Sonnenstrahlen vor der Öffnung des Blue Hole bringen Licht- und Schattenspiele in den blauen Topf. Am Nachmittag gings dann nach Xlendi Bay. Dort erlebten wir einen entspannenden Tauchgang über Seegraswiesen, einen Tunnel mit schönem Farbspiel am Ende.

Am nächsten Tag stand mit „Double Arch“ ein Bootstauchgang auf dem Programm. Durch zwei übereinander liegende Bögen geht es schnell abwärts auf 36 m und dann über das Riffdach Austauchen bis zum Boot. Mit der „Billinghurst Cave“ erlebten wir erstmals eine riesige Höhle, ca. 80 m tief in den Fels reichend. Im Blick zurück gab es schöne Blautöne zu sehen, gebänderte Felsen leiteten uns bis zum Aufstieg in eine Kathedrale. Anschließend wurde ausgetaucht Noch einmal eine Höhlenszene.bis zum Requa Point.

Schade, dass dies für Dieter der letzte Tauchgang war. Der Arzt meinte anschließend: Tauchverbot und Behandlung mit Antibiotika. Mit dem „Blue Dome“ erlebten wir am Nachmittag des nächsten Tages noch eine weitere große Höhle mit einer sehr schönen Akustik, Drachenköpfen, Zackis und natürlich wieder tollen Blauschattierungen hin zum Ausgang. Am Abend entschlossen sich Kurt, Rolf und Diddi, einen Nachttauchgang in Mgarr Xi Xini durchzuführen. Alle anderen hatten aufgrund der Enttäuschungen in den letzten Jahren bei Nachttauchgängen keine Lust. Doch Ihnen sollte etwas entgehen. Auf einem entspannten Nachttauchgang erlebten wir nachtaktive Tiere: Oktopusse, Sepien, Kalmare, Seeaale, Petermännchen, Flügelhähne, Rochen und armdicke Schmuckanemonen. Nach 65 Minuten sind wir dem Wasser entstiegen und tranken in der Bucht entspannt ein Bier. Für mich war es der beste Nachttauchgang in den letzten Jahren.

Ein weiteres Highlight gab es am nächsten Tag mit dem Tauchgang am „Inland Sea“. Es geht durch einen schmalen Tunnel hinaus ins offene Meer, durch das „Azure Window“ zum Austauchen ins „Blue Hole“. Fette Zackis, eine Wasserspinne, Makrelenschwärme und Drachenköpfe begleiteten uns. Dieser Tauchgang war einfach toll. Nachmittags Wo ist denn hier das Meer?gab es kräftig Wind, so dass wir den geplanten Tauchgang am „Kleinen Bär“ nur begrenzt realisieren konnten. Doch nach einem Besuch in der „Coral Cave“ ging es zum Blue Hole und von da aus zurück zu Fuß.

Für unseren letzten Tauchgang hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht: ein Tauchgang „two in one“ mit 15 l Flaschen. Einstieg im „Coral Garden“, in die Neptunshöhle zum Fotografieren der Seepferdchen, vorbei an eindrucksvollen Steilwänden zur Höhle im „Blue Hole“, weiter durch das „Azure Window“ und durch den Tunnel in den „Inland Sea“. Dieser Tauchgang sprengte mit 85 Minuten Dauer alle Leistungen der Woche. Doch bei einer maximalen Tiefe von 24 m war dies alles kein Problem und hat auch allen riesig Spaß gemacht.
Kulinarische Genuesse.
Ach ja, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass uns Diddi noch mit der goldenen Wanderflosse auszeichnete. Denn jeden Tag hieß es, voll angerödelt im Neoprenanzug die Einstiege zu erwandern und nach dem Ausstieg wieder zurück zum Auto marschieren.

Fazit: Die Tauchausfahrt nach Gozo war rundum gelungen. Dazu hat sicherlich auch die gute Betreuung und Leitung der Tauchbasis beigetragen. Die abendlichen kulinarischen Ausflüge konzentrierten sich nach zahlreichen Versuchen am Abend auf das Restaurant „Pierre’s“ das eine gute Küche mit frischem Fisch und zahlreichen anderen Leckereien bot. Nach dem Essen gab es am „Bigscreen“ im „Pierre’s“ die bekannt guten Spiele der WM als Nachtisch. Anschließend haben wir auf dem Heimweg noch die eine oder andere Bar besucht. Bei angenehmen Nachttemperaturen genossen wir die obligatorischen Absacker. Wenn wir das nächste Mal Malta ansteuern, stehen die Wracks vor der Hauptinsel auf dem Programm … Wir sind wieder dabei!

Mit dabei waren (v. l. n. r.): Ade Gerold, Rainer Hanselmann, Klaus Hirsch, Bernhard Gerber, Kurt Hocher, Martin Hartmann, Günne Schöls, Rolf Läpple und Dieter Hirsch.

Text: Kurt Hocher / Fotos: Klaus Hirsch, Ade Gerold, RainerHanselmann