Kas, Türkei, 14. bis 20. Juni 2005

“Eintauchen in eine andere Welt”

Ein Teil unserer Gruppe auf dem TauchbootEintauchen in eine andere Welt“ versprach das Prospekt der Tauchbasis. Zurückblickend können wir sagen: Der Tauchurlaub in Kas hat das Versprechen eingelöst.
Wir (Daniel, Klaus, Ade, Rolf (klein), Rolf (groß), Günne, Martin, Rainer, Frank Hauenstein, und Kurt) erlebten in der Woche vom 14. bis 20. Juni 2005, einen Super Tauchurlaub mit anspruchsvollen Tauchgängen, organisiert von der Tauchbasis „kas-diving“. Sabine, Thomas und Levent waren immer für uns da und sorgten dafür, dass wir Kas mit Tauchbasis, als Tauchspot und Urlaubsdomizil uneingeschränkt empfehlen können.

Kas

Unser Ziel war das malerische Städtchen Kas (ca. 8000 Einwohner) mit seinem romantischen Hafen. Kas liegt umschlossen von grünen Bergen am Fuße des Taurusgebirges anDer Hafen von Kas der geschichtsträchtigen lykischen Küste, ca. 3 Stunden west-lich von Antalya. Bereits die Anreise von Antalya gestaltet sich als kleine Türkeireise durch eine teils spektakuläre Landschaft. Kas zählt zu den schönsten Ab-schnitten der türkischen Südküste. Trotz sehr guter touristischer Infrastruktur hat Kas seinen Charme nicht verloren. Ansprechend ist das malerisches Stadtbild und die landschaftlich reizvolle Umgebung.
In Kas verbinden sich heute unberührte Natur, Geschichte und Urlaubsspaß. Auch wenn das ehemalige Fischerdorf heute fast ausschließlich vom Tourismus lebt, ist Kas vom großen Touristenrummel verschont geblieben und konnte sich dadurch seine ursprüngliche Atmosphäre bewahren – wahrscheinlich gerade des-halb, weil die Sandstrände fehlen, die den Massentourismus förmlich anziehen.

Wir konnten abseits der großen Urlaubsströme durch die vielen verträumten Gässchen schlendern oder sich in eines der gemütlichen Cafés unter Palmen setzen und die türkische Gastfreundschaft genießen. Zahlreiche kleine Lokale und Restaurants mit einheimischen Spezialitäten lockten mit kulinarischen Ge-nüssen und Preisen, die o.k. waren. Egal ob Fisch und Fleisch im Ort oder die Forellen im Taurusgebirge, es hat immer geschmeckt.
Abends war unser Treffpunkt in der Musikkneipe „Hideaway“ für den „Absacker“ mit Hardrock-Musik.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Bazars – eine Art Wochenmarkt, der jeden Freitag in Kas stattfindet. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Obst, Gemüse, Gewürze, Kleidung, Lederwaren oder Souvenirs. Schnell taucht man in das bunte Treiben ein und lässt sich zu so manchen Handel verführen. Rolf hatte sein spezielles Erlebnis mit einem Gürtelkauf… Als besonders harter Brocken erwies sich Klaus, der mit seiner Standhaftigkeit einen silberzüngigen Tabakhändler zur Verzweiflung brachte. Dieser wollte ihm partout einen Haufen exorbitant teuren Wasserfpfeifentabak andrehen. Am Schluss war er lediglich Tabak losgeworden, den wir auf seine Kosten geraucht hatten, und hatte keine Lira verdient.

Ein Blick in die Vergangenheit

Amphoren auf dem Wrack von Fener KulesiDas heutige Kas entwickelte sich in hellenistischer Zeit unter dem Namen Antiphellos und war unter den Römern die führende Stadt der Region. Die Lykier, die zu den ältesten Völkern Anatoliens zählen, haben in Kas zahlreiche historische Spuren hinterlassen, die von einer großen Vergangenheit zeugen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind ein gut erhaltener 3m hoher Sarkophag mitten im Ortskern, Reste der ehemaligen Stadtmauer, kunstvoll verzierte Felsgräber sowie ein sehr gut erhaltenes Amphitheater, das einen herrlichen Blick über das glitzernde Meer auf die Halbinsel von Kas und die vorgelagerte griechische Insel Kastellorizo (Meis) bietet.

Abtauchen und Entspannen

Am Wrack der "Duchess of York"Auch unter Wasser hat Kas einiges zu bieten. Aufgrund der intakten Unterwasserwelt der lykischen Küste mit ihren bizarren Felsformationen, reichen Fischbeständen und antiken Relikten gilt Kas als Taucherparadies. Die Tauchgründe waren anspruchsvoll, erlebnisreich und machten das Tauchen in Kas zu einem Erlebnis. Während der Tauchgänge sorgten Riffe, Steilwände, Höhlen, antike Amphoren, Wracks und eine reiche Artenvielfalt für Abwechslung und Tauchspaß pur. Bei guten Sichtweiten tummelten sich riesige Zackis, Barrakudaschwärme, Bernsteinmakrelen, Sepias und oder Schildkröten im kristallklaren Wasser. Der unbestrittene Hit war der Tauchgang zur „Duchess of York“, einem gesunkenen Kohlefrachter, der zwischen 45 und 60 m liegt. Ein weiteres sehenswertes Wrack war ein griechischer Baumwollfrachter ohne Namen, zwischen 32 und 40 m liegend.

römische Weinamphore aus dem Wrack bei Üc KayaEntspannung pur gab es am letzten Tag beim Besuch im türkischen „Hammam“. Nachdem Rolf als Verhandlungsführer den Eintrittspreis von 45 € auf 15 € pro Nase heruntergehandelt hatte ging es los. Im „Hararet“ (dem warmen Raum) stand der „Göbektasi“ (Bauchstein), ein erhöhter Marmorpodest. Hier lagen wir alle 10 und ließen uns vom „Tellak“, dem Masseur, schrubben und anschließend mit Schaumöl massieren. Nach einigen kalten und warmen Wassergüssen hieß es völlig entspannt erholen. – Es war ein Erlebnis!

Und jetzt noch ein paar Taucher-„Bonmots“. Was ist
bleifreies Tauchen: wenn man mit voller Ausrüstung , ohne Blei 10 m runter kommt und dann bemerkt, dass man keinen Bleigurt dabei hat.
Flugblei: gibt Beulen. Man spürt es wirklich, wenn ein Taucher über einem taucht und aus dessen Jackettasche ein Kilo Blei auf den Kopf fällt.
Handeln: wenn man auf dem Basar den besten Preis erzielt, dabei aber 2. Wahl erhält.
Günes oels: Türkisch Sonnen-Öl, schwäbisch Günne Schöls

Zum Schluss bleibt noch der Dank an Daniel und Klaus, die uns nach Kas „ver-führt“ hatten. Daniels Organisation war perfekt und wir waren uns schnell einig: Nächstes Jahr im Juni geht es wieder los ins Mittelmeer. Ziel: Malta!

Siehe auch Reisebericht mit Fotos in Taucher.net und unsere Fotogalerie.

Fotos: Daniel Stihler, Text: Kurt Hocher