Die Steinbrüche von Löbejün

Den diesjährigen Ostersamstag nutzten wir zu einem kleinen Tauchausflug an die Steinbrüche von Löbejün in Sachsen-Anhalt. Ende August 2002 wurden die Steinbrüche durch den Eigentümer gesperrt und es sind auch “Betreten verboten”-Schilder aufgestellt. Trotzdem sind heute wieder regelmäßig Taucher und andere Besucher vor Ort und es scheint geduldet zu werden, solange alles in geordneten Bahnen abläuft. Wenn Ihr nach Löbejün fahren solltet, achtet bitte darauf, dass die alten Zustände nicht wieder eintreten. Nehmt den eigenen und am besten auch gleich den Müll anderer Besucher wieder mit!

Hier die Fakten im Telegrammstil:

  • Anfahrt über die A9 Richtung Berlin und dann die A14 (Halle – Magdeburg) Abfahrt Löbejün
  • 500m hinter Löbejün (Richtung Könnern) in einen Feldweg einbiegen
  • Es sind Steinbrüche, die durch Regen und Grundwasser ihren Wasserstand halten
  • von den 3 Steinbrüchen sind nur der erste und der dritte betauchbar
  • der zweite (10m tief) ist von steilen Felswänden umgeben, der Ab- und Aufstieg mit Tauchausrüstung ist hier sehr mühsam
  • der vordere ist der größte Kessel und mit 18m auch der tiefste
  • im hintersten Steinbruchsee erreicht man ca. 12m Tiefe
  • zu sehen sind Pumpenhäuser, Loren und Schienen als Überbleibsel aus der Abbauzeit
  • keine Tauchbasis am See, ausreichend Luftvorrat ist mitzubringen
  • Frühes Aufstehen lohnt sich: Je weniger Taucher vor einem dort waren, desto besser ist die Sicht
  • nicht Zelten, keine Kompressoren, Müll wieder mitnehmen!

Als wir gegen 9.30 Uhr vor Ort waren, sind die ersten Taucher schon im Wasser gewesen.Am Einstieg waren die Sedimente also schon etwas aufgewirbelt, aber im übrigen Bereich war die Sicht mit ca. 5-6m akzeptabel. Gleich beim Abtauchen begrüßte uns ein großes Plüschtier, das ich fast gerammt hätte. Und dann ging es auch schon zum tiefsten Punkt des Steinbruchs, an dem mein Computer eine Tiefe von 20m anzeigte. Hier steht auf etwa 15m Tiefe das alte Pumpenhaus, dessen betoniertes Flachdach man auch bestens als Übungsplattform nutzen kann. Von hier aus ging es quer durch den Steinbruch, auf dessen Boden noch die Relikte aus vergangenen Zeiten (alte Loren, Rohre und sonstige Steinbruchutensilien) herumlagen. Einige Kröten dachten wahrscheinlich, sie wären auf dieser Tiefe unbeobachtet – aber denkste!

Der Rückweg ging dann an der Steilwand entlang, die es durchaus mit der am Bodensee aufnehmen kann. Nach 30 Min. Tauchvergnügen machte sich doch die Temperatur von 5°C bemerkbar, und wir waren dann richtig froh, als wir wieder in unseren warmen Sachen steckten!

Alles in Allem – ein empfehlenswertes Tauchgewässer, allerdings für einen Tagesausflug zu weit. Jemand, der aber zufällig mal auf der Durchreise sein sollte, darf es nicht versäumen, hier mal einen Abstecher zu machen!

Mehr Bilder gibt es in der Galerie.

Text & Fotos: Frank Hauenstein