Die letzten “Gold”-Mohikaner am Plansee, 15./16. Mai 2010

 

"Es lächelt der See, er ladet zum Bade..." Jeder, der dabei war, wird das Abnahmewochenende des Silber- und Goldkurses am 1. Mai 2009 nicht vergessen. Da damals der Nachttauchgang wegen Gewitters ausfallen musste und sich für Frank und mich alle Versuche, einen anderen Termin zu organisieren, zerschlagen hatten, ging es nun nach Himmelfahrt noch einmal an den Plansee, wo unsere Gmünder TLs ein verlängertes Wochenende verbrachten. Je näher der Termin rückte, desto schlechter wurden die Wettervorhersagen, und meine Frau meinte schließlich: “Du kannst so oft ins Internet schauen, wie du willst, das Wetter wird dadurch nicht besser”. Immerhin hatte ich noch ein Zimmer in der “Musteralm” für Kurt – der offenbar Nachholbedarf hatte, weil er das “Kampftauchen” am 1. Mai 2009 verpasst hatte – und mich reservieren können.

Winterjacken und Kapuzen sind die Idealkleidung für "Badegäste"Man kann es Edgar, Klaus und Dieter, die am See zelten wollten und ohnehin Nasstaucher sind, nicht verdenken, dass sie es angesichts dieser Perspektiven vorzogen, daheim zu bleiben bzw. nach St. Leon mitzugehen (wo das Wetter auch nicht viel besser war). Nachdem Frank bereits am Donnerstag mit Familie aufgebrochen war, sausten Kurt und ich am Samstag gen Österreich und konnten unterwegs feststellen, dass das Wetter immer schlechter wurde, je näher wir den Bergen kamen. Am Plansee trafen wir dann die Gmünder, die sich mit Caravans und einem großen “Umziehzelt” so gut es ging auf die Umstände eingestellt hatten. Hier gab es tiefhängende Wolken und Nieselregen, was uns aber nicht von einem ersten Eingewöhnungstauchgang abhielt. Mit warmen Kleidern und Trockentauchanzügen war es gar nicht so übel, wenn sich die Fische auch recht rar machten. Der halb unter Wasser stehende Campingplatz weckte Reminiszenzen an den 1. Mai vor einem Jahr, und nach einiger Zeit Sitzen (unter Dächern bzw. Planen) war ein längerer SpaSchneeflocken auf Kurts Ausrüstungziergang nötig, um wieder warm zu werden.

Danach ging es zum Sauhaxenessen in die Musteralm, und anschließend traf Simon das schwere Los, noch einmal mit uns in den See zu steigen und den ausstehenden Nachttauchgang zu absolvieren. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür – bei dem Wetter und den Temperaturen denkt man an alles mögliche, aber eigentlich nicht an Tauchen! Sieht man davon ab, dass mich meine Lampe prompt im Stich ließ – was bisher eigentlich nie passiert ist – lief alles gut, und es war ein richtig schöner Nachttauchgang, bei dem es vor allem Krebse und jagende Barsche zu sehen gab. Danach hatten wir uns einen “Schlummertrunk” ehrlich verdient und waren froh, unter einem Dach und nicht unter einer Plane zu nächtigen. Unsere "Tauchbasis" am Plansee - klein, aber innen trocken...

Nach einem üppigen Frühstück in der “Musteralm” inklusive leckerstem Rührei mit viel Speck ging es dann noch mal an den See. Immerhin regnete es nicht mehr – stattdessen begann es zu schneien, der See dampfte, denn mit seinen 4°C war er immer noch wärmer als die Luft mit um die 2°C. Wieder machte sich die Trockentauchausrüstung bezahlt, denn nachdem wir die Tauchgenehmigung bereits bezahlt hatten, wollten wir auch noch mal tauchen. RIchtig frieren musste man allerdings, wenn man einer Gruppe Taucher aus München zuschaute, die fast alle nass tauchten. Brr! Unsereins bevorzugt da, wie Kurt meinte, das “denkmalgerechte Tauchen”! So gab es noch einmal einen richtig schönen Tauchgang im diesmal recht klaren Plansee, wo wir unter anderem mehrere alte Holzschlitten und eine Kutsche sichteten.

DaEtwas höher blieb der Schnee liegen...nach ging es dann Richtung Heimat – und da unser Frühstück derartig umfangreich gewesen war, fiel der geplante Zwischenstopp beim “Adlerwirt” in Pfronten aus. Spiegelbildlich zur Hinreise das umgekehrte Phänomen – je weiter wir uns von den Bergen entfernten, desto besser wurde das Wetter… Fazit: Es spricht viel für “denkmalgerechtes Tauchen”, vor allem aber macht die Einstellung viel aus: Auch unter – vorsichtig gesagt – suboptimalen Wetterbedingungen kann Tauchen mit der richtigen Ausrüstung durchaus Spass machen…

Daniel Stihler