Adventstauchen im Bodensee, 2004

Was ist das? Es riecht nach Weihnachtsgewürzen, Tee, Glühwein, Bratwurst, Schupfnudeln mit Kraut, Kuchen und Kaffee. Die Sonne scheint und über den Markplatz spürt man gute Laune. Richtig: Adventtauchen in Überlingen.

Auch in diesem Jahr ließen es sich die Unentwegten nicht nehmen, den 1. Advent auf dem Weihnachtsmarkt in Überlingen zu verleben und zwei Tage Bodensee-Tauchgänge zu genießen. In Überlingen trafen die „Haller“ Jochen, Daniel und ich die „Unterweissacher“ Stefan und Doris Bachofer mit Nina.

Jochen Lemm hatte alles perfekt organisiert: das Hotel „Sonne“ in der Fußgängerzone von Überlingen, am Abend einen Tisch im vietnamesischen Restaurant, tolle Sichtverhältnisse unter Wasser. Auch für das Wetter hatte Jochen sicher die Verantwortung zu tragen: strahlender Sonnenschein, Außentemperatur 4 Grad Celsius (über Null!) und eine Wassertemperatur von 7 Grad Celsius auf 30 m. Belohnt wurden wir durch ein schönes Lichtspiel an der Steilwand und einer ungewöhnlich guten Sicht, egal ob in Sipplingen oder am Campingplatz in Überlingen.

Der erste Tauchgang führte uns nach Sipplingen. Mit einem gemütlichen Tauchgang an der Halde erprobten wir uns mit dem Handling unserer Trockentauchanzüge. Danach gab es einen Kaffee im Tauchshop und es hieß, zügig unsere Zimmer zu beziehen, damit wir dem Weihnachtsmarkt unseren Besuch abstatten konnten. Nach knackigen Bockwürsten, Schupfnudeln, Gyrospfannen, Kaffee und Kuchen machten wir einen Spaziergang auf der Uferpromenade. Ohne Übertreibung: es hat schon seinen besonderen Reiz, nachmittags am 1. Advent direkt am Bodenseeufer die Sonne zu genießen …

Danach entschlossen wir uns, am Campingplatz zu tauchen und unter Wasser telefonieren zu gehen. Eingeweihte wissen, was ich meine: wir sind am Tauchplatz „Telefon“ zu Gange gewesen. Die Felsformationen der Steilwand boten bei der guten Sicht und dem von der Oberfläche durchsickernden Licht einen beeindruckenden Anblick. Ein besonderes Bonbon war ein Fischschwarm, der sich in einer Felsspalte drängte und im Licht der Lampen wie ein Piratenschatz aus Silbermünzen funkelte.

Nach einem aufwärmenden Tee im relaxten wir im Gasthaus, so dass wir ausgeschlafen um 19 Uhr zum Abendessen gehen konnten. Wie immer hatten wir einige phantastisch schmeckende vietnamesische Spezialitäten zu vertilgen, die uns serviert wurden.

 

Nach einem gelungenen Abend stiegen wir müde ins Bett. Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück nochmals am Campingplatz zur Sache. Flaschen füllen, anrödeln und dann ab ins Wasser. Diesmal ging es rechts entlang zum Fuß der Steilwand. Nachdem ich meine Tarierprobleme mit einem zusätzlichen Steingewicht gelöst hatte konnten wir den Tauchgang mit schönen Sichtweiten zu Ende bringen. Aber irgendwie steckte mir der Abend noch in den Knochen … Trockentauchen ist doch ganz schön anstrengend. Jochen meinte hinterher, dass eine halbe Stunde Trockentauchen ungefähr 1,5 l Wasserverlust bedeutet – und das nach 3 Tassen Kaffee am Morgen! Ich spürte deutlich die Dehydrierung.

 

Aber nichts desto trotz kam nach dem Abrödeln gleich wieder der Hunger und im Campingstüble kam uns der Schweinebraten mit Spätzle sehr entgegen. Üppige Portionen haben uns schnell wieder aufgebaut, bevor es dann zufrieden wieder nach Schwäbisch Hall auf die Autobahn ging.

 

Als aufmerksamer Leser ist Euch sicher nicht entgangen, dass die kulinarischen Aktivitäten mindestens genauso gelungen waren wie die Tauchgänge im kalten Bodenseewasser (Anm. der Red.: Mit Sicherheit haben wir wesentlich mehr Zeit mit Essen als mit Tauchen verbracht!). So ein Trockentauchanzug erfordert zwar einige Übung, dafür ist er schön warmmmmm. Also, wer 2005 Lust hat uns zu begleiten: bitte den 26. Und 27. November im Kalender vormerken. Wer sich einen Trocki zulegen möchte, kann Daniel und mich im März nach St. Leon begleiten, um das Trockentauchen zu üben. Also Klaus, mach dich auf … Mehr Bilder gibt es übrigens in der Galerie.

Text: Kurt Hocher / Fotos: Daniel Stihler