Adventstauchen am Bodensee, 26.-27. November 2011

Zum diesjährigen „Adventstauchen“ waren sich alle einig, dass wir wirklich den 1.Advent zum traditionellen Adventstauchen nutzen wollen, um dem Namen der Aktion mal alle Ehre zu machen.

Als Interessenten an der Ausfahrt fanden sich 11 Personen, nur bei der Frage: „Wer geht ins Wasser?“ sind plötzlich nur noch 3 übrig geblieben.

Die nichttauchende (Wellness-)Fraktion mit Kurt, Klaus, Dieter, Dagmar, Manne, Uli, Günne und Heike waren also eindeutig in der Überzahl gegenüber dem „harten Kern“ Jochen, Bernhard und Frank.

Kurt hatte, wie immer, bereits im Voraus die Übernachtung in der „Sonne“ gebucht.

Am Samstag um 7.00 Uhr war Treffen am Geräteraum und Verstauen unserer Luftreserven. Um 7.30 ging es dann los ohne Zwischenstopp in Richtung Süden.

Die erste Station, die wir in Überlingen ansteuerten, war das „Parkhaus Post“ am Mantelhafen. Nach einer kurzen Inspektion des Einstieges, wo sich schon einige Taucher auf das Abtauchen vorbereiteten, gingen wir wieder zurück zu den Autos und zogen uns um. Dank der regen Mithilfe unserer nichttauchenden Begleiter ging das recht zügig vonstatten. Bernhard hatte noch kleinere Probleme mit dem Atemregler, die aber durch unsere beiden Technikspezialisten Klaus und Dieter im Handumdrehen behoben waren.

Am Einstieg Parkhaus ist es nur erlaubt, nach links zu tauchen, weil auf der rechten Seite schon der Hafen beginnt. Man sollte also auch beim Auftauchen daran denken, nicht zu weit zu tauchen, denn die Wasserpolizei scheint hier besonders aufzupassen. Zu dritt tauchten wir dann unter Jochens Führung nach links an der Steilwand entlang. Die Sicht war gut, das Wasser hatte die üblichen 7°C. Auf ca. 35 m war es zwar schon etwas dunkel, aber dafür klarer als in den oberen Regionen. Nach ca. 20 Minuten an der Steilwand entlang begann die Halde, wo wir dann wieder den Rückweg angetreten haben. Auf ca. 10m Tiefe trauten wir unseren Augen kaum, als uns ein Riesenhecht entgegen kam, der mit über 1m Länge das größte Exemplar war, das ich bisher im Bodensee gesehen hatte. Nach etwa 40 min. hatten wir einen Tauchgang hinter uns, der sich wirklich gelohnt hatte und Lust auf mehr machte.

Nachdem wir uns unserer luft- und wasserdichten Hüllen entledigt hatten, ging es erst mal zu unserem Übernachtungsquartier in der „Sonne“. Gepäck entladen, Tauchanzüge aufhängen, umziehen …. und plötzlich kam der Hunger. Für den ersten, ganz akuten Hunger bot es sich an, gleich vor unserer Haustür den frisch eröffneten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Gyros, Schupfnudeln mit Sauerkraut, gebratene Nudeln und sogar „Thüringer Bratwürste“ wurden hier angeboten. Es war also für alle etwas dabei.

Im „Cafe Walker“ haben wir es uns dann so richtig gemütlich gemacht, und nach einem kühlen Weizenbier sah die Welt schon viel freundlicher aus. So ergab es sich dann, dass niemand mehr so rechte Lust hatte, am Nachmittag noch mal ins kalte Wasser zu steigen. Dann schon eher ins warme Wasser… Und so sind wir dann alle losgezogen (ausgestattet mit Badehose und Handtuch), der „Bodensee – Therme“ in Überlingen einen Besuch abzustatten. Mit Ausnahme von mir – ich verspürte das dringende Bedürfnis, mir etwas die Beine zu vertreten. Ich nahm den Weg über Goldberg auf der Höhe wieder zurück nach Überlingen, wo ich noch einen wunderbaren Sonnenuntergang bewundern durfte.

Zurück in der City von Überlingen traf ich auf „Greiners und Günnes“, die nach ihrem Wellness Aufenthalt in der Therme, gemütlich bei einem Glas „Hefe“ im „Galgenhölzle“ beisammen saßen. Als die Therme-Besucher wieder zurück waren, sollte dieser wunderschöne Tag auch einen ebensolchen Abschluss finden. Kurts Vorschlag, im Spitalkeller einen Tisch zu bestellen, erwies sich als Volltreffer. Das ganze Ambiente in diesem alten Weinkeller war urgemütlich, das Essen war fantastisch und Wein und Bier waren auch nicht zu verachten.

Am Morgen des ersten Advents gab es ein reichlich ausgestattetes Frühstücksbüffet in unserem Hotel. Sogar der Wichtel in Gestalt von Heike ging schon am frühen Morgen um und bedachte jeden mit einem kleinen Schokoladenweihnachtsmann.
Die Sachen waren schnell gepackt, die Rechnung bezahlt – und los ging es zum morgendlichen Tauchgang am Campingplatz.

Der Morgennebel hatte sich gegen 10 Uhr schon verzogen, die Sonne kam zum Vorschein und schuf uns optimale Bedingungen für einen wunderbaren Tauchgang im kristallklaren Wasser des Bodensees. Das Aufrödeln ging jetzt schon schneller als am Vortag. Mit geübten Handgriffen war alles schnell beisammen und mit den tatkräftig zupackenden Händen unserer Nichttaucher waren wir in kurzer Zeit im Wasser. Mit ein paar Flossenschlägen hatten wir die Wandkante erreicht, und dann ging es im Gleitflug abwärts bis zum Fuß der Steilwand auf ca. 30m Tiefe. Auch wenn man diese Tour schon einige Male getaucht ist, so ist es doch immer wieder ein Erlebnis, an der steilen Felswand nach oben zu schauen und zu sehen, wie sich unsere Luftblasen langsam zur sonnenbeschienen Oberfläche bewegten. Das Wasser war wunderbar klar, und es war eine Freude, einige große Trüschen in den Felsspalten aufzuspüren und durch große Schwärme von Jungfischen tauchen zu können.

Kurt hatte vorausschauend schon Plätze in der Sipplinger Pizzeria „Riva“ gebucht, und so hatten wir keine Probleme, einen sonnigen Platz in diesem gut besuchten Restaurant zu bekommen. Das Essen war wie immer oberlecker. Danach noch ein kurzer Verdauungsspaziergang durch Sipplingen, und schon ging ein wirklich schönes Tauchwochenende zu Ende.

Text und Bilder: Frank Hauenstein