Sundhäuser See, Ostern 2007

Es ist wieder einmal Ostern – eine ideale Gelegenheit, neue Tauchgründe zu erkunden! Diesmal ist es der Sundhäuser See bei Nordhausen im Bundesland Thüringen.

Zunächst sind es erst mal einige km auf der A7 bis kurz vor Göttingen. Aus Richtung Göttingen auf der A38 Abfahrt Nordhausen, danach auf der B80 ca. 1km in Richtung Nordhausen. An der 2 Ampel (direkt gegenüber Marktkauf ) nach rechts abbiegen. Nach 200m findet ihr die Basis „Tauchsport Sondershausen“. Der Sundhäuser See ist erst seit 2005 zum Tauchen freigegeben. Er ist eine ehemalige Kiesgrube mit einer Fläche von ca. 60 ha und einer Maximaltiefe von ca. 38 m. Das Bodenprofil ist bedingt durch den Eimerketten-Abbau recht abwechslungsreich, manchmal aber auch etwas verwirrend. Ein Kompass leistet hier gute Dienste. Wer im Sundhäuser See tauchen möchte, muss sich auf einer der beiden Tauchbasen anmelden. Die Tageskarte kostet 5,- EUR.

Wir haben uns hier angemeldet: http://www.tauchsport-sondershausen.de/.Es ist eine sehr gut ausgestattete Tauchbasis, wo man alles ausleihen kann, was man braucht, einschl. Pressluft und Nitrox. Auch sonst gibt es alles, was der unterkühlte Taucher brauchen kann: Kaffee, Imbiss, Sanitärräume, Warmwasserduschen, Stellplätze für Caravan und Zelte.Von der Tauchbasis aus kann man direkt zwei Tauchplätze betauchen, der dritte ausgewiesene Tauchplatz (Halbinsel), befindet sich etwas abseits, ist aber gut mit dem Auto zu erreichen.

Wir haben uns für den Einstieg „1“ entschieden, wo man über einen Schwimmponton sich bequem dem kühlen Nass übergeben kann. Von hier aus kann man 3 Plattformen erreichen (5, 8 und 30 m), und das Wrack der „Charlotte 2“ auf ca. 20 m Wassertiefe. Zu Dritt (Ulf und Bernd vom Tauchclub Hettstedt und ich) ging es dann abwärts in das, trotz des warmen Wetters noch ziemlich kühle Wasser. Die Sichtweite lag bis in eine Tiefe von ca. 15m bei etwa 10m. Der Tauchgang führte entlang einer steil abfallenden Böschung mit herrlichem Bewuchs, bis wir auf einer sandigen Ebene das Wrack der Motorjacht vor uns sahen… Das Wrack liegt auf Kiel und ist „bedingt“ betauchbar – man kann aber alles sehr gut von außen bestaunen; Das Steuerrad und die Tafel mit den Signalzeichen, die Kajüte mit dem (noch funktionsfähigen?) Propangaskocher, und sogar etwas Titanic – Feeling kommt auf, wenn man an der Reling steht und die Haare im Wind….

Nachdem wir genügend Sediment aufgewirbelt hatten, ging es dann in weitem Bogen, an der Innenseite des Tals wieder zurück. Vorbei an einem Hecht, der sich nicht so recht fotografieren lassen wollte, und einem Schwarm Barsche ging es über klaren Kiesboden und dicht bewachsene Hänge zurück zum Einstieg. Alles in allem ein wunderbarer Platz zum Abtauchen, mit faszinierenden Sichtweiten, wo man auch in 25m Tiefe noch keine Lampe braucht und wo es sicher noch viel zu entdecken gibt. Der Tauchausflug hat Lust auf mehr gemacht.

Übrigens: Nordhausen ist auch für ein Familienwochenende gut geeignet. Von hier aus startet die Harzquerbahn, mit der man bis zum Brocken fahren kann, der Südharz bietet gute Wandermöglichkeiten, und auch den Nordhäuser Doppelkorn muß man mal probiert haben.

Mehr Bilder gibt es in der Fotogalerie.

Frank Hauenstein