Vereinsausfahrt L’Estartit, Costa Brava, 2004

Unsere Familienausfahrt führte in diesem Jahr ein buntes Tauchervölkchen an die Costa Brava. Mit 27 Erwachsenen und 10 Kinder war die Pension von Serafin in L’Estartit fest in unserer Hand. Alle Taucher und Nichttaucher erlebten abwechslungsreiche Tauchgänge, schöne und interessante Tage an Land mit Ausflügen nach Figueras, Cadaques und Barcelona.

Voller Erwartung erreichten wir endlich die Spanische Küste. Nach heftigen Regenfällen in Südfrankreich freute sich jeder darauf, das Ziel vor Augen zu bekommen. Ca. 20 km vor L’Estartit sorgte ein strammer Wind dafür, dass die Regenwolken plötzlich verflogen und blauer Himmel mit angenehmen Temperaturen zum Vorschein kam. Am ersten Abend trafen die Familien nacheinander ein. Wie geplant konnten wir das Abendessen zusammen einnehmen. Serafin und seine Familie waren wieder bester Laune, so dass unbeschwerten Tagen nichts mehr im Wege stehen konnte.

 

Am Sonntag ging es noch schnell zur Tauchbasis „La Sirena“, wo wir dieses Jahr wieder bestens aufgehoben waren. Das Wetter war eigentlich gut, aber der Wind nahm ständig zu. Am späten Nachmittag begann am Strand bereits der Sand zu „fliegen“. Im Hotel angekommen, erwartete uns bereits die Hiobsbotschaft von „La Sirena“. Wegen Sturm fährt am Montag kein Boot raus, alle Tauchgänge sind abgesagt!. Das ging ja gut los! Also noch ein Strandtag und weniger Tauchgänge? Weil wir aber heiß aufs Tauchen waren, beschloss eine Delegation um Günne, am Nachmittag nach Tamariu zu fahren und bei Ade auf Stollis Tauchbasis vorbeizuschauen. Das Hausriff war durch die windgeschützte Lage gut zu betauchen und die ersten Tauchgänge machten einfach Spaß.

 

Wir vereinbarten mit „La Sirena“ eine Option, die ausgefallenen Tauchgänge am Samstag nachzuholen, was aber noch auf wackeligen Beinen stand, da am Pfingstsamstag die Franzosen in L’Estartit einfallen und auf der Basis bzw. den Booten die „Hölle“ los ist. Aber der Basisleiter Hugo machte uns Mut – es musste nur noch ein zusätzliches Boot gefunden werden…

Am Dienstag ging es dann endlich für alle los. Nachdem wir alle unsere Ausrüstung auf dem Boot verstaut hatten fuhren wir bei unruhiger See den ersten Tauchplatz „Ferranelles“ bei den Medesinseln an. Dies ist ein guter Platz zum Einsteigen. Die Felsnadel hat Tiefen um 18 m und viele Fische. Drachenköpfe, Tintenfische und große Zackis gaben sich ein Stelldichein. Die Sicht war aufgrund der aufgewühlten See sehr eingeschränkt: keine 10 m! Leider sollte dies sich bis zum Ende der Tauchwoche nicht mehr ändern. Nachmittags steuerten wir „Salpotxot“ an. Der Tauchplatz liegt an der Nordseite von Gran Meda und konnte spielend auch von unseren Anfängern gemeistert werden. Alle Bronzetaucher bekamen von der Basis einen Tauchguide verpasst und waren damit bestens aufgehoben. Auf jeden Fall verirrte sich niemand in den großen Felsblöcken und alle kamen wohlbehalten wieder an Bord an. Der erste Tag war gelungen!

 

Am nächsten Tag stand morgens die Höhle „La Vaca“ auf dem Programm. Die Höhle beginnt bei ca. 12 m und endet bei 25 m. – ein klasse Tauchgang mit schönen Schwämmen in der Höhle, Schwarmfischen, Gorgonienwänden und Octopus am hinteren Ausgang. „Pota del Llop“ sollte an diesem Tag der nächste Toptauchgang werden. Gorgonienbewachsene Steilwände, Zackenbarsche, große Octopusse und kleine Schleimfische waren zu sehen. Für die Fortgeschrittenen gab es dazu noch eine Höhle, in die wir auf 32 m einstiegen und die uns anschließend auf 18 m in der Nähe der Ankerboje wieder ausspuckte.

 

Der nächste Tauchgang sollte uns zur Delphinhöhle „Dofi Nord“ führen. Es handelt sich um einen schön bewachsenen Felsen mit einem Tunnel und einem Bogen, beides betauchbar. Nachdem wir Zackis und zwei große Octopusse gesehen hatten, fehlte diesmal der Delfin, der normalerweise anzutreffen ist. Die Bronzeskulptur war abgeschraubt und geklaut, es war nur noch die Bodenplatte mit den Schrauben da…

 

Am Donnerstag Nachmittag stand noch einmal „Pota del Llop“ auf dem Programm. Aufgrund des immer noch starken Windes und der unruhigen See war die Sicht allerdings noch schlechter als beim ersten Mal. Die Höhle wurde heute umgekehrt betaucht. Bei 18 m ging es rein und bei 32 m wieder raus. Und auf dem Rückweg schimmerten die Gorgonienwände im Licht der Lampen grün und violett.

Für Freitag hofften wir eigentlich auf Tauchgänge an den südlichen Medas. Doch die schönen und tiefen Tauchplätze wie „Carall Bernat“ sollten in diesem Jahr für uns verschlossen bleiben. Stattdessen ging es noch mal zu „Salpatxot“. Nachmittags konnten wir dann in der Kathedrale von „Dofi Süd“ den Automat aus dem Mund nehmen und im Erdinneren atmen.

 

Jetzt waren wir alle gespannt, wie unsere Option für die ausgefallenen Tauchgänge vom Montag aussehen sollte. Tatsächlich hat Hugo ein Boot aufgetrieben, das aber nur an der Küste eingesetzt werden konnte. Deshalb steuerten wir Samstagmorgens mit „Negrev“ einen doch recht langweiligen Tauchplatz an der Küste an, der zwar landschaftlich nichts zu bieten hatte aber uns wenigstens mit kleinen Muränen und Langusten entschädigte.

Für den Nachmittag durften wir als Highlight des Tages noch einen Wracktauchgang unternehmen. Betaucht wurde das Wrack der „Reggio Messina“. Die Aufbauten ragen bis ca. 15 m unter die Oberfläche, der tiefste Punkt befindet sich auf ca. 37 m Tiefe. Die Reggio ist ein riesiges Fährschiff, das 1992 sank. Da hieß es die Luft gut einzuteilen um gut durch die notwendigen Dekostopps zu kommen. Obwohl auch hier die Sicht nicht berauschend war, sahen wir Schwarmfische, Conger und Langusten.

 

Zwischen den Tagen ließen es sich einige nicht nehmen, einen Nachttauchgang an der Küste zu unternehmen. Das Boot tuckerte die Küste entlang und der Kapitän meinte, dass gerade heute wegen der Strömung wohl nichts zu sehen sei… Genauso kam es auch. Enttäuschend…

Nach der Tauchwoche standen jetzt noch einige Tage mit Kultur, Barcelona und relaxen auf dem Programm. Dass der berühmte Sohn der Costa Brava, Salvador Dali 100. Geburtstag feierte, bildete dazu einen idealen Rahmen. Im Aquarium in Barcelona gab es die Gelegenheit, Fische zu sehen, deren Anblick uns bei den Medes-Inseln verwehrt geblieben war – z.B. beeindruckend grimmig dreinschauende Sandtigerhaie. An unserem Festabend braute Serafin eine viel leckere Bowle und Sangria. Das war die richtige Einstimmung auf die Fleischspieße mit Aioli, die allen hervorragend schmeckten. Am Geburtstag von Alexandra Gerber baute Serafin eine Champagnerpyramide auf, die fast bis zum Schluss funktioniert hat. Dann ist sie leider zusammengebrochen, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tun konnte.

Fußball spielen am Strand war ebenfalls angesagt. Die Formation des FC Costa Brava stand schnell. Wer nicht mitspielte, war als Schlachtenbummler dabei. Die Akteure gaben alles. Dieses Jahr beschlossen wir die Jugendlichen gegen die „Alten“ spielen zu lassen. In abwechslungsreiche Begegnungen mussten die alten Hasen alles geben, um den jugendlichen Ansturm abzuwehren, manchmal auch wegen spanischer Verstärkung für unsere Jungen. Aber letztendlich ging es nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Spaß.

 

Als dann noch Neptun aus den Fluten stieg, um die Neutaucher in sein Reich aufzunehmen und dem bekannten Ritual einer Tauchertaufe zu unterziehen, war der Spaß komplett. Wie unsere Jungtaucher Daniel, Benjamin und Gregor die Tage und die Taufe erlebten, ist dem extra Beitrag zu entnehmen.

 

Estartit 2004 war wieder eine gelungene Vereinsausfahrt für die Familien und am Ende wurden schon Pläne führ das nächste Jahr geschmiedet. Warten wir ab. was sich tun wird…

Text: Kurt Hocher / Fotos: Rainer Hanselmann


 

Unser erster Tauchurlaub – L’Estartit 2004

 

Als wir endlich nach zwölfstündiger Fahrt in L’Estartit angekommen waren sowie uns in unseren Zimmern eingerichtet hatten, freuten wir uns auf unseren ersten Tauchgang. Voller Erwartung und natürlich auch Aufregung fieberten wir auf Montag, doch dieser Tauchgang fiel wegen starkem Wind in’s Wasser. Es war sehr windig mit hohen Wellen. Die Aufregung war nun mal erst ganz umsonst und das Tauchen wurde auf Dienstag verschoben.

Am Dienstag war es dann endlich so weit, unser erster Tauchgang im Meer konnte beginnen. Wir einigten uns, wer als erstes an der Reihe war, da wir uns ein Tauchpaket teilten. Auf dem boot wurde uns ziemlich mulmig, denn wir wussten ja noch nicht, was auf uns zukommt.

Was wir dann beim Tauchen alles sahen, war ganz toll. Es war plötzlich bunt und nicht so dunkel wie in St. Leon. Die Pflanzenwelt war super, die Fische waren zutraulich, so dass man alles in Ruhe anschauen konnte. Es war alles sehr ruhig und nicht so hektisch, die ganze Aufregung war vergessen. Von da an freuten wir uns auf jeden neuen Tauchgang, da uns das Tauchen eine Welt zeigte, die uns bis jetzt noch nicht bekannt war. Wir erlebten auch jeden Tag etwas Neues.

 

Benjamin bekam einmal auf 6 Meter Probleme mit dem Druckausgleich. Er musste leider den Tauchgang abbrechen, was ihn heute noch ärgert, da ihm ja Daniel jetzt einen Tauchgang voraus ist.

 

Am Abend fand dann auch noch die sogenannte „Tauchertaufe“ statt. Mit ungutem Gefühl gingen wir zum Strand. Dort angekommen, knieten wir in’s Wasser und riefen nach Neptun. Wir hatten zwar die ganze Meute TSGler im Schlepptau, doch deren Unterstützung war sehr spärlich. Endlich erschienen zwei Nixen und stellten uns Fragen, worauf dann auch bald Neptun aus den Fluten stieg. Das ganze war schon etwas unheimlich, da man ja nicht wusste, was noch alles kommt. Wir wurden mit einer schrecklichen Pampe eingeschmiert (was Reinigung bedeuten sollte) und danach mussten wir über einen Schnorchel ein ekelhaftes Getränk eingeflößt, welches wir dann auch noch schlucken mussten. Nach einigen Versprechungen nahm uns Neptun dann aber in das Reich des Meeres auf. Danach machten wir noch eine kurze Schwimmrunde und gingen dann schleunigst in’s Hotel, um den restlichen Gestank los zu werden.

 

Unser erster Eindruck vom Tauchen war sehr toll, aufregend, spannend und schön. An das Bootfahren hatte man sich nach anfänglicher Übelkeit auch bald gewöhnt. Die Küstentauchgänge waren jedoch nicht so aufregend, da wir fast nichts entdeckt hatten.

Text: Benjamin & Daniel Franz / Fotos: Rainer Hanselmann